Das Prinzip ist „alt“ – die heutige Bezeichnung „reaktiv“ erleichtert das Verständnis des Trainingsprinzips.

„Reaktiv“ wie der Begriff schon vermuten lässt, ist nicht „aktiv herbeizuführen“.

In der Sprache der Trainingswissenschaft beschäftigen wir uns hier mit dem Plyometrischen Training.

Als man es in den 1920-iger Jahren bereits in den osteuropäischen Ländern ausführte, war es als „Schock-Training“ vorwiegend im Lager der Sprung-Athletik bekannt.

Erst um 1960 entdeckte ein amerikanischer Trainer, dass mit diesem Training messbarer Leistungszuwachs erzielt werden konnte. Er nutzte für die heutzutage noch gültige Trainingsform beiden Begriffe, die beschrieben, was das Training leisten kann: „pleiôn“ = mehr und „metreô“ = messen (griechisch) also: „messbar Fortschritt“.

Das Prinzip:

Es werden Kraftstöße auf die Muskulatur geleitet, d.h. „mutwillig von außen“ herbeigeführt, beispielsweise durch herabspringen von einer höheren Ebene, z.B. einem Kasten, einer Bank, einem Stein nach unten auf den normalen Boden. Für das landen wird die Muskulatur „reflektorisch“ – also von uns unbeeinflussbar – dazu veranlasst eine schnelle muskuläre Spannung aufzubauen. Diese Spannung ist eigentlich die „Schreck-Prophylaxe“ des Körpers, wenn er seine eigenen Strukturen bei überraschend auftretenden Bewegungen vor Verletzung schützen will.

Nicht allein die Muskelzellen sondern auch das Bindegewebe sowie der Sehnenapparat werden in dieser Art der Bewegung intensiv trainiert.

Da diese Muskel-reaktions-Form einerseits eine effektive Trainingsform ist, sie andererseits aber im Alltag eher zufällig (als Verletzungsschutzmechanismus) zum Einsatz kommt, wurde von der Trainingswissenschaft geforscht und versucht, dieses Prinzip „künstlich“ zu produzieren und zur Leistungssteigerung zu nutzen.

Vom natürlichen Körperverhalten lernen heißt:

„Reaktiv-Training“ und mit Hilfe der handlichen „Reaktiv-Hantel“ ist es sogar „mitnehmbar“.

In welch unterschiedlichen Formen das reaktiv-Training inzwischen in der Sportwelt Einzug gehalten hat berichte ich in der nächsten Ausgabe von „reaktiv-fit“.